Power People

Power People des Handwerks. Das sind 5,58 Millionen Menschen, die in Deutschland in über 130 Handwerksberufen arbeiten. powerpeople.digital stellt mit den drei starken Marken „Handwerks Miss&Mister“, „Handwerks Kochshow“ und „Handwerks Macher“ Menschen mit Engagement, Begeisterung und Leidenschaft vor.

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Ist Künstliche Intelligenz die Zukunft der Gastronomie?

Künstliche Intelligenz gibt es mittlerweile in vielen Bereichen unseres Alltags. Das Startup MyAppCafé aus Pfinztal in Baden-Württemberg hat diese nun in einem Café in einigen Einkaufscentern (Hamburg, Heilbronn, Karlsruhe und Wien) zum Leben erweckt.

Anstatt bei einem netten Barista seinen Kaffee zu bestellen, wählt man sein gewünschtes Heißgetränk über eine App aus, hält den generierten Barcode unter einen Scanner und die KI in Form eines Roboters bereitet das Getränk zu. Nicht nur in Cafés, sondern auch in Bars wäre es gut denkbar, mit solchen Robotern zu arbeiten anstatt mit menschlichen Barkeepern. Schließlich sind Roboter programmierbar, sagen nicht kurz vor der Schicht wegen Krankheit ab oder unterhalten sich etwas zu lang mit den Gästen. Sie machen das, wofür sie gebaut wurden, – arbeiten. Hört sich für den Betreiber eines gastronomischen Betriebes definitiv verlockend an.

Jedoch gibt es ein Problem: die Gäste. Gerade jetzt in der Zeit des Homeoffice ist unser Kontakt zu anderen Menschen deutlich weniger geworden und unsere Bildschirmzeit in die Höhe geschnellt. Wenn man dann nach Feierabend in einer Bar sitzt, freut man sich auf ein nettes Gespräch oder einen kleinen Flirt mit dem Thekenpersonal. Als Gast möchte man sich willkommen fühlen und nicht schnell abgefertigt werden von einer Maschine, man möchte die Empfehlung des Personals einholen. Definitiv würde auch ein Café oder eine Bar, welche komplett mit KI arbeitet, Gäste anlocken. Alles was neu ist, ist interessant. Die Frage ist allerdings, ob sich hier auch Stammkunden finden lassen – wohl eher nicht. Das Neue wird mal ausprobiert und dann geht man das nächste Mal doch wieder in sein Lieblingscafé. Dahin, wo die Mitarbeiter einen schon mit dem Vornamen begrüßen und man „das gleiche wie immer“ bestellt.

Effizient planen

Trotzdem ist KI ein wichtiger Fortschritt, auch in der Gastronomie. Sie kann wunderbar im Backend eingesetzt werden. Zum Beispiel bei der Personalplanung: Schichtpläne können dank digitaler Tools teils Wochen im Voraus geplant werden und das Tauschen aufgrund von Krankheit oder kurzfristigen Terminen kann easy in der Personal-App eingetragen werden. Das Ganze kann mithilfe der selbstlernenden KI noch effizienter gestaltet werden. Auf Basis von vergangenen Umsätzen, Wettervorhersagen und weiteren Daten kann das System errechnen, wie viel Personal wann gebraucht wird. „Gastromatic“, „Shiftjuggler“, „E2N“, „Papershift“, „Planday“ oder „Staffomatic“ heißen nur einige dieser Lösungen.

Auch aus grüner Sicht ist die KI ein durchaus wichtiger Aspekt in der Gastronomie. Durch Systeme wie „Kitro“ oder „Winnow Solutions“ kann unnötiger Abfall vermieden werden. Kameras, welche über dem Abfalleimer angebracht sind, scannen das Weggeworfene und gleichzeitig wird der Müll gewogen, um den Abfall sortenrein zu bestimmen.

Halten wir also fest: Künstliche Intelligenz in der Gastronomie gerne, solange es im Hintergrund abläuft und wir weiterhin einen kleinen Plausch mit dem charmanten und freundlichen Personal halten können.

Text: Tabea Erpenbach
Quelle: Jan-Peter Wulf / Bar Convent Berlin